Konversion


von Hans Werner Büchel · Mai 2022

 


Frieden schaffen mit immer weniger Waffen. Das stand spätestens seit dem Ende des „Kalten Krieges“ als Leitmotiv über der Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands, Europas und der freien Welt. Immer weniger Waffen hieß: mehr Diplomatie, mehr völkerrechtlich verbindliche Verträge, mehr Kompromisse beim Interessenausgleich, mehr Völkerver-ständigung, mehr Frieden. Der Krieg als Mittel der Politik wurde geächtet und schien nicht mehr denkbar.

Ausdruck des neuen sicherheitspolitischen Denkens bei uns in Deutschland waren die drastische Verkleinerung der Bundeswehr, das Aussetzen der Wehrpflicht und in Folge davon die Konversion ehemaliger vom Militär genutzter Flächen in zivile Nutzungen. Deutschlandweit und auch bei uns in Ottweiler wurde diese Konversion für jeden erkennbar. Die Saar-Pfalz-Kaserne im benachbarten Bexbach wurde zum Gewerbegebiet. Im Quartier Welvert der französischen Armee in St. Wendel findet sich heute ein großer Golfpark, und alle Kasernengebäude konvertierten in den zivilen Gebrauch. Schließlich Ottweiler selbst. Das riesige Gelände unterhalb des Betzelhübels war in den 1950er Jahren als Standort für eine Bundeswehrgarnison ausgewählt worden, für die eine aufwändige "Panzerstraße" gebaut wurde. Als das Militär dann doch nicht nach Ottweiler kam, wurde das Areal zum Standortübungsplatz für die Bexbacher Jägertruppe. Auch dieses Gelände wurde vollständig konvertiert, umgewandelt zu einem der größten und schönsten Wohngebiete im weiten Umkreis von Ottweiler. Die "Panzerstraße" erschließt heute als Leonardo-da-Vinci-Straße dieses Quartier.


Eine ähnlich große Fläche wurde mir persönlich zum Symbol für diese Art von Konversion. Es ist das Gelände der Eberhard-Finckh-Kaserne in Engstingen auf der Schwäbischen Alb. Dort wurde ich vor fast fünfzig Jahren Soldat und lernte als junger Rekrut auch das Schießen mit der Waffe. So wie im Laufe der Jahrzehnte Hunderte Rekruten auf der Standortschießanlage ihren ersten scharfen Schuss abgaben, so feuerte auch ich erstmals im Leben mit scharfer Munition aus meinem Gewehr auf „Pappkameraden“. Das hörte erst auf, als sich das „Frieden schaffen mit immer weniger Waffen“ durchsetzte. Das neue sicherheitspolitische Denken führte dazu, dass man die Kaserne auf der Alb und mit ihr die Standortschießanlage nicht mehr brauchte. Das ganze Areal wurde konvertiert. Heute befindet sich auf dem Kasernengelände der Gewerbepark Engstingen-Haid mit vielen Mittelstandsbetrieben, einer Biogasanlage, Freizeiteinrichtungen und einem Hotel. Und auch die Standortschießanlage wurde konvertiert. Dort produzieren heute hunderte von Sonnenkollektoren nachhaltigen Ökostrom.

Konversion auch in den Köpfen?

Frieden schaffen mit immer weniger Waffen. Diese Aufforderung zur Konversion konnte bei uns im rein materiellen Bereich nur gelingen, weil sie auch in unseren Köpfen gelang. Auch bei mir persönlich prägte sich ein verstandesgemäßes Umdenken immer weiter aus. Die Grundlagen dazu wurden allerdings im Elternhaus und während der Schulzeit gelegt. Krieg wurde mir als etwas Grauenvolles und Schreckliches und nicht als etwas Schönes und Erstrebenswertes vermittelt. Während meiner Soldatenzeit wurde ich dann mit dem Primat der Politik in Verteidigungsfragen vertraut gemacht. Schon damals wurde mir die politische Bedeutung der NATO bewusst, die schon immer mehr als ein reines Militärbündnis war. Es wurde mir zur Selbstverständlichkeit, die Mittel der friedlichen Politik und des ausgleichenden Dialogs als Prämisse von Konfliktlösungen anzuerkennen. Gleichwohl blieb ich Realist. Das bedeutete grundsätzlich: So wie mich die zwölf Jahre als Soldat nicht zum Militaristen machten, so formten mich die zivilen Jahrzehnte bis heute nicht zum Pazifisten. Dieser Realismus ließ mich auch erkennen, dass alle Konversionen, also die materiellen Umwandlungen von Militärflächen in zivile Nutzung wie auch das Umdenken in den Köpfen der Menschen nur im freien Westen erfolgreich waren. In den totalitären Staaten dagegen nicht. Insbesondere die politische Klasse im sowjetischen Imperium, das sich nach der Wende in Gemeinschaft unabhängiger Staaten umbenannte, verharrte, trotz Glasnost und Perestroika, im alten Denken.


Putins Konversion in die Vergangenheit

Die im Wesentlichen aus milliardenschweren Oligarchen gebildete Oberschicht Russlands, das zum Erben des früheren Sowjetreiches wurde, wird heute von Wladimir Putin angeführt. Ein Mann, für den Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit, Gewaltenteilung oder unabhängige Kontrolle des Regierungshandelns Fremdbegriffe sind. Ein Mann, der auch mit Wandel durch Annäherung oder Interessenausgleich durch Dialog nichts, aber auch gar nichts anfangen kann. Im Gegenteil: seit Beginn seiner „Karriere“ vor mehr als zwanzig Jahren sind ihm solche Kategorien politischen Denkens und Handelns schlicht zuwider. Und sie waren es wohl auch schon in den Zeiten davor, als er noch aktiver KGB-Offizier war. Nach dem Fall der Mauer kehrte Putin frustriert und niedergeschlagen von seinem mehrjährigen DDR-Einsatz nach St. Petersburg zurück. Der Wandel, der sich damals in Europa und der freien Welt vollzog, passte nicht zu seinem Weltbild. Stattdessen wandte sich Putin der Welt des Revisionismus und zugleich auch des Revanchismus zu. Dem folgend setzte bei Putin und seinen engsten Vertrauten ein Denken in altrussischen, bisweilen zaristischen Kategorien ein, die er sich von Beratern wie Alexander Dugin konstruieren und von Netzwerkern wie Wladimir Jakunin weltweit verbreiten ließ. Bereits nach wenigen Jahren im Amt als Präsident der russischen Föderation brachte er seine über viele Jahre angestauten Frustrationen unmissverständlich zum Ausdruck: In einer Rede vor den Mitgliedern der Föderationsversammlung bezeichnete Putin am 25. April 2005 den Zerfall der Sowjetunion als „die größte geopolitische Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Das hatte fatale Folgen. Während im Westen serienweise Einweihungen von Gewerbe- oder Freizeitparks in ehemaligen Kasernen oder auf früheren Übungsplätzen gefeiert wurden, vollzog sich im Putin-Reich eine Konversion ganz anderer Art.

Putins Denken konvertierte zurück in die Zeit des Zerfalls der Sowjetunion, als sich jene für ihn größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts ereignet hatte. Diese Zeit wurde zum Ausgangspunkt für seinen Revisionismus und für seine geopolitische Rache. Seine revidierte Sicht der Weltpolitik verkündete er am 24. Februar 2022 in seiner Fernsehansprache, mit der er nach seinen Worten die „Spezialoperation“ zur „Entnazifizierung“ der Ukraine in Gang setzte.

Mit dieser Rede ließ Putin endgültig die Maske fallen. Die ganze Welt erkannte sein wahres Gesicht. Es ist das Gesicht eines Verbrechers, der als Paria, als der von der humanen Welt Ausgestoßene in die Geschichte eingehen wird. Der Verbrecher Putin hat grundlos einen Angriffskrieg gegen den souveränen Staat der Ukrainer befohlen. Er trägt damit die Verantwortung für die Verbrechen, die in diesem Krieg begangen wurden und weiter begangen werden.

Wladimir Wladimirowitsch Putin konvertierte vom kleinen KGB-Offizier zum großen Kriegsverbrecher.

 


Apparatschik Putin

von Hans Werner Büchel · März 2022

Die schlimmsten Befürchtungen der Putin-Kritiker sind eingetreten und haben sich bewahrheitet. Das Wolkenkuckucksheim der Putin-Versteher hingegen wurde wie bei einem Orkan durch Putins Krieg in der Ukraine hinweggefegt.

Zu welch absurden Einschätzungen diese Blauäugigkeit der Putin-Versteher führen kann, zeigte sich dieser Tage bei Oskar Lafontaine. Dieser einstmals berühmte deutsche Sozialist und Populist bezeichnete noch vor wenigen Wochen mehrfach die Befürchtungen westlicher Geheimdienste über einen bevorstehenden russischen Einmarsch in die Ukraine als „Kriegspropaganda“. Wie von Lafontaine nicht anders erwartbar, kritisierte er in diesem Zusammenhang auch gleich die Berichterstattung in den deutschen Medien.

Es ist nicht anzunehmen, dass er sich mit seinem früheren Spezi Gerhard Schröder abgestimmt hatte, der zu gleicher Zeit von einem „Säbelrasseln“ seitens der ukrainischen Regierung gesprochen hatte. Beide Verlautbarungen kurz vor Beginn des von Putin entfesselten Krieges in der Ukraine zeigen die fatalen Folgen einer jahrzehntelangen Ignoranz der Realitäten. Diese fatalen Fehleinschätzungen der Person Putin sind umso schlimmer, weil seine Vita schon ebenso lange hinreichend bekannt ist.

Die gravierendste Fehleinschätzung bestand und besteht bis heute darin, in Putin einen Politiker oder gar Staatsmann erkennen zu wollen. Das war er nie und wird er auch niemals mehr werden.

Bis zu seiner ersten Ernennung zum russischen Ministerpräsidenten durch Jelzin im August 1999 war Putin geradezu das Musterbeispiel eines Apparatschiks, danach wurde er zum Befehlshaber über ein ganzes Heer von Apparatschiks unter ihm. Und blieb es bis heute.

Apparatschik (аппара́тчик) stammt aus dem Russischen, bedeutet so viel wie „Person des Apparats“ und bezeichnet den bestimmten Typus eines Funktionärs oder Bürokraten. Der Apparatschik ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sein zentrales oder gar einziges soziales Bezugssystem der organisatorische Apparat ist, dem er seine gesellschaftliche Stellung verdankt [nach Pierre Bourdieu].

Der Apparat, in dem sich der Apparatschik Putin nach oben arbeitete, war der Geheimdienst. Zu sowjetischen Zeiten hieß dieser Geheimdienst KGB (Komitet Gossudarstwennoi Besopasnosti, deutsch: Komitee für Staatssicherheit), aus dem nach 1989 der FSB hervorging. Dieser FSB (Federalnaja sluschba besopasnosti Rossijskoi Federazii, deutsch: Föderaler Dienst für Sicherheit der Russischen Föderation) ist bis zum heutigen Tag der Inlandsgeheimdienst Russlands.

Bereits im Alter von 23 Jahren wurde Putin 1975 KGB-Offizier und war bis 1982 in der ersten Hauptabteilung (Auslandsspionage) eingesetzt. Ab 1984 besuchte er bis 1985 die KGB-Hochschule in Moskau. Vom Jahre 1985 an war Putin in der DDR in nachgeordneter Funktion tätig, hauptsächlich in Dresden und avancierte vom Rang eines Hauptmanns zum Major. Ab dieser Zeit bis 1989 besaß Putin auch einen Ausweis des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS, „Stasi“). Der KGB hatte damals in jedem DDR-Bezirk einen Dienstsitz, in Dresden war dies in der Angelikastraße 4 in Dresden-Neustadt. Wenige Meter weiter, in der Radeberger Straße 101, wohnte Putin mit seiner Familie in einem Plattenbau. Im Jahr des Mauerfalls 1989 hatte er den Dienstgrad eines Oberstleutnants, was auf eine Dienststellung als stellvertretender Abteilungsleiter in der KGB-Residentur hinweist, welche er bis zu seiner Rückbeorderung im Januar 1990 in die UdSSR innehatte. Zurück in Russland blieb Putin Apparatschik, nun im Inlandsgeheimdienst FSB. Dort arbeitete er sich bis an die Spitze und wurde 1998 sogar dessen Leiter. Fast ein Vierteljahrhundert war Putin Apparatschik im sowjetischen und russischen Geheimdienst.


Und dennoch glauben manche Politiker und Staatsmänner im Westen bis heute, sie hätten es bei Putin mit einem der ihren zu tun. „Im Unterschied zu Gorbatschow und Jelzin, die genuine Politiker waren, sich in der Öffentlichkeit für ihre Ziele stark zu machen und mit ihren politischen Gegnern auseinanderzusetzen, zieht der ehemalige „KGBtschik“ Putin die geheime Kabinettspolitik und das Spiel der Intrige wie der Vertuschung seiner nicht selten als „spezielle Operationen“ (spetsoperatsii) nach Geheimdienstlermuster angelegten politischen Initiativen vor.“ (Margareta Mommsen)

Übersehen wurde im Westen auch (oder wollte man es nicht sehen?), dass Putin wiederholt einräumte, mangels einer typischen politischen Karriere und mangels eigener Ambitionen auf ein hohes Staatsamt kein Politiker zu sein. Er selbst bezeichnet sich mit Vorliebe als „angestellter Manager“ Russlands.

Dieser Manager hat nun sein wahres Gesicht gezeigt. Der von Ex-Kanzler Schröder als „lupenreiner Demokrat“ geadelte Putin hat der ganzen Welt offenbart, wie groß seine Verachtung der Demokratie ist. Die Freiheit des Denkens, der eigenen Meinung und die Pressefreiheit, die Rechtsstaatlichkeit und Teilung der Staatsgewalt, der offene politische Diskurs und die Lösung von Konflikten durch Kompromisse, mit all dem konnte und kann der Apparatschik Putin nichts anfangen. Statt dessen führte er Russland von der „gelenkten Demokratie“ hin zu der von ihm so bezeichneten „Demokratur“. Aber auch das ist schon Vergangenheit. Russland wird heute durch eine Diktatur beherrscht, angeführt von einem lupenreinen Despoten: Wladimir Wladimirowitsch Putin, Apparatschik und "angestellter Manager“ Russlands.



„Stell´ dir vor, es ist Frieden und einer macht nicht mit.“

von Hans Werner Büchel

im Jahre 2014 verfasst und auf dieser Website veröffentlicht

"Stell´ dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Das war eine immer wieder zu hörende, ziemlich weltfremde und naive Parole der sogenannten Friedensbewegung in den 70er und 80 er Jahren. Sogenannt deshalb, weil wir heute sehr genau wissen, dass diese Bewegung von Ostberlin und Moskau nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch maßgeblich gesteuert wurde. Zu jener Zeit diente ich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr und musste mich später wie tausende meiner Kameraden von eben diesen Friedensbewegten als Mörder beschimpfen lassen, nur weil ich Soldat war. Es war schwer, diesen damals juristisch nicht sanktionierten Vorwurf „Soldaten sind Mörder“ zu ertragen. Aber wir boten den Pazifisten Paroli und argumentierten für das Existenzrecht von Bundeswehr und NATO: „Stell´ dir vor, es ist Frieden und einer macht nicht mit.“ Genau das brachte es auf den Punkt. Wir waren als Bundeswehrsoldaten im NATO-Bündnis bereit, das Recht und die Freiheit der in diesem Bündnis lebenden Menschen zu verteidigen, ohne Ansehen der Person, also mithin unabhängig von ethnischer Herkunft, religiöser Weltanschauung oder politischen Überzeugung. Für mich war dies eines der vornehmsten Motive, Soldat zu sein. Und daher war der Eid, den ich zu Beginn meiner Dienstzeit ablegte auch kein verbales Lippenbekenntnis, sondern tiefste Überzeugung: "Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe." Recht und Freiheit waren auch damals keine abstrakten Relikte aus vergangener Zeit, sondern wie heute Werte von höchstem Rang, die zeitlos elementaren Voraussetzungen für eine menschenwürdige Gesellschaft und einen dauerhaften Frieden in Europa. Und selbstverständlich beriefen sich ja auch die Friedensbewegten jener Jahre bei ihrem Tun auf eben diese Werte, von denen sie allerdings irrigerweise annahmen, dass sie auch in totalitären Regimen Geltung hätten.

Stell´ dir vor, es ist Frieden und einer macht nicht mit. Fast siebzig Jahre nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges sehen wir uns im freien Europa heute einem modernen Despoten gegenüber, der beim Frieden dieser Tage nicht mehr mitmachen will. Er stiftet überall dort Unruhe, wo ihm in seinem früheren Riesenreich nach dem Kalten Krieg Macht und Einfluss verloren gingen. Dieser Despot sieht im Ende der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts und empfindet den Zerfall des sowjetischen Riesenreiches auch als persönliche Niederlage. Nun glaubt der Despot, diese Niederlage nicht mehr länger ertragen zu müssen. Wladimir Wladimirowitsch Putin, der Ranghöchste in der Nomenklatura, der herrschenden Klasse des russischen Riesenreiches, versucht, das Rad der Geschichte ein Stück weit zurückzudrehen.

Putins öffentlich bekannt werdendes Kalkül offenbart, dass er zu den politischen Kategorien von vorgestern zurück will und nun offenbar auch bereit ist, seine revisionistischen Pläne in die Tat umzusetzen. Ein Instrument hierfür hat er bereits aller Welt kundgetan: die Gründung einer „Eurasischen Union“, wirtschaftlich gedacht als Pendant zur Europäischen Union, politisch allerdings eher das Gegenteil. Dieser „EU“ wird kein Staat freiwillig beitreten. Und dann gibt es da noch das Projekt eines neuen slawischen Staates, "Novorussiya“ (Neues Russland), den Putin gerne aus dem Osten der Ukraine, in direkter Nachbarschaft zu Russland, hervorgehen lassen möchte. Da aber die Menschen in der Ostukraine der Propaganda Putins nicht aus freien Stücken folgen wollen, weil sie eigentlich nur als Ukrainer in Frieden dort leben möchten, lässt Herr Putin, ganz im Stil der alten Sowjetunion, Unruhe stiften. Und lässt zugleich ungeniert die Welt wissen, es seien hier Separatisten aus dem ukrainischen Volk am Werk, die die „böse Junta in Kiew“ hinter sich lassen und nun voller Hoffnung auf bessere Zeiten dem großen Freund und Bruder in Moskau zustreben wollten.

Doch das falsche Spiel fliegt auf, und wir im Westen erfahren, was in Wirklichkeit hinter den Plänen Putins steckt. Ganze Horden gescheiterter Existenzen, die nun im Krieg spielen die Chance ihres Lebens entdecken. Hochmotivierte Banden von Abenteurern, die sich, in enger Zusammenarbeit mit Putins Geheimdienst und dem russischem Militär, zuerst selbst zu Bürgermeistern ernennen und sich dann auch noch selbst zu Präsidenten von autonomen Republiken erklären. Es sind als Separatisten getarnte Banden, die nicht befreien, sondern Städte und ganze Landstriche der Ukraine terrorisieren, die Menschen dort in Angst und Schrecken versetzen. Ziele der Unruhestifter sind die Errichtung sogenannter Volksrepubliken im Oblast Donezk und gleich nebenan im Oblast Louhansk, aus denen später dann, ganz im Geist der alten Sowjetunion, das „Novorussiya“ hervorgehen soll, direkter Nachbar des russischen Bruders und natürlich Mitglied in der neuen „Eurasischen Union“. Diese ganze Farce geschieht unter der Schirmherrschaft Putins. Natürlich nicht offiziell. In den Medien erscheinen nur die grün gekleideten, mit Sturmmasken vermummten Männer ohne Hoheitsabzeichen, die in der Ostukraine die gleiche Funktion erfüllen, wie die grünen, vermummten Männer Wochen zuvor auf der Krim. Hatte vor deren Annexion nicht der Herr Putin der Welt erzählt, auf der Krim gebe es keine russischen Soldaten? Ja, das hatte er. Und danach? Hatte der gleiche Herr Putin nicht nach der Einverleibung ganz unumwunden zugegeben, dass selbstverständlich schon vor der Annexion der Krim russische Soldaten vor Ort waren? Ja, auch das hatte er.

Es war diese Lüge vor aller Welt, welche die Putinversteher bei uns ins Grübeln brachte und welche die kritischen Töne gegenüber dem ersten Mann im Kreml lauter werden ließen. Noch bei der Olympiade in Sotchi sollten die friedlichen Absichten des jovialen freundlichen Herrn aus dem Kreml in die ganze Welt transportiert und die dunklen Seiten seines Charakters kaschiert werden. Nun erkannte die Welt, und mit ihr auch wir im freien Teil Europas, sein wahres Gesicht. Und begann sich zu erinnern, wer dieser freundliche Herr Putin in Wirklichkeit ist. Ein ausgebildeter KGB-Offizier alter Schule mit juristischer Vorbildung, der seine politische Karriere zunächst den früheren Machthabern im Kreml und heute den mächtigen Oligarchen Russlands zu verdanken hat. Der vorzugsweise mit Dekreten, statt mit rechtsstaatlichen Gesetzen regiert. Der freie Wahlen ebenso verachtet wie die Kontrolle der Macht durch eine unabhängige Justiz oder durch freie Medien. Ich für meine Person vergesse das nicht. Auch nicht, dass derselbe Herr Putin zur Zeit der Friedensbewegung, als wir Bundeswehrsoldaten als Mörder beschimpft wurden,  mehrere Jahre als KGB-Offizier im Dresden der damaligen DDR stationiert war. Agitation und Propaganda, Desinformation und Destabilisation des Westens waren schon damals sein Geschäft. Vor diesem Manne sei gewarnt.

Stell´ dir vor es ist Frieden und einer macht nicht mit. Heute ist Herr Putin dieser eine, der nicht mitmachen will. Und morgen? Auch Putins Stern wird einmal sinken. Welcher wird neu aufsteigen? Wir wissen es nicht. Unsere Aufgabe im Westen bleibt es daher, wachsam zu sein gegenüber allem, was Recht und Freiheit bedroht. Vigilia Pretium Libertatis – Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.

 

 

Wappen des NATO-Hauptquartiers SHAPE in Europa

(Supreme Headquarters of Allied Powers Europe)

Herzlich willkommen in Ottweiler!

Schön, dass Sie da sind.

 

 

Ottweiler ist eine weltoffene Kleinstadt im Saarland mit einer bis in das 9. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte. Es ist eine sehr wechselvolle Geschichte, in der sich Gründerzeiten und frommes Klosterleben ebenso finden wie lange Zeiten feudaler Herrschaft über leibeigene Untertanen. Ottweiler erlebte blühende Epochen und Phasen des Niedergangs, Jahre des Friedens und Jahrzehnte voller Krieg, Leid und Zerstörung.

 

Ottweiler ist unsere Heimatstadt, in der wir gerne zu Hause sind.

Und für die wir uns engagieren. Wir wollen unseren kleinen Beitrag dazu leisten, den nach uns Kommenden eine weltoffene, lebens- und liebenswerte Stadt zu erhalten.

 

Wir laden Sie herzlich ein, sich über Ottweiler zu informieren.

 

Ursula & Hans Werner Büchel

Erster GPS-Referenzpunkt des Saarlandes in Ottweiler

Im Jahre 2018 wurde neben dem Quakbrunnen auf dem Schlosshof der erste GPS-Referenzpunkt des Saarlandes der Öffentlichkeit übergeben. Gestiftet wurde die Bronzeplatte von den Ottweiler Bürgern Professor Horst Schiffler und Harald Raber, der als Geodät die Idee für den GPS-Referenzpunkt hatte.


 

Das GPS (Global Positioning System) ist ein globales, über Satelliten gesteuertes Navigationssystem, mit dem sich Positionen auf der gesamten Erde sehr genau bestimmen lassen. Ursprünglich wurde es von der US-Armee zu rein militärischen Zwecken entwickelt; im Jahre 2000 wurde es auch für die zivile Nutzung freigegeben.


Die Nutzer mobiler Navigationsgeräte - vor allem Wanderer, Radfahrer oder Geocacher - können mit Hilfe der Angaben des Referenzpunktes ihre Geräte kontrollieren und nachjustieren.